Über uns 

Wir

    

das sind Helga und Siegfried  

 

sowie Benjamin und Verena.  

 

Als im Jahr 1980 unser Sohn Benjamin geboren wurde, begann ich mich mit der Geschichte der Familie Scabell zu befassen. Nach und nach erzählte meine Schwiegermutter immer mal wieder aus dem Leben ihres Mannes Rico Scabell. Das war so interessant, dass ich nicht mehr aufhören konnte nachzufragen.

 

Die Scabells waren Hugenotten, die im 17. Jhd. mit der Pfälzer Kolonie von Mannheim nach Magdeburg gewandert sind. Die Mitglieder der Familie waren allesamt Calvinisten und somit sehr strenggläubig.

 

Unser Urgroßvater Wilhelm Scabell (*1837 )praktizierte als Arzt in Magdeburg. Sein Sohn Robert Scabell (*1870) studierte ebenfalls Medizin. Er verliebte sich unglücklicherweise in eine von der Familie nicht akzeptierte Frau. Robert entschloss sich, sein Studium nicht weiterzuführen, da ihm die finanzielle Unterstützung des Vaters entzogen wurde. Er machte seinen Abschluss als Apotheker und wanderte 1892 nach Brasilien aus. Im Jahr 1905 verstarb Robert in Brasilien und hinterließ eine Witwe mit 4 Kindern.

 

Diese Kinder kamen nach dem Tod des Vaters in ein Waisenhaus, da die Mutter nicht für den Unterhalt sorgen konnte. Der Deutsche Botschafter in Brasilien wandte sich daraufhin an den Großvater der Kinder und bat um Hilfe. Dr. Wilhelm Scabell holte nach und nach seine Enkelkinder wieder nach Deutschland zurück. Die Kinder wurden getrennt von einander bei Onkel und Tanten untergebracht. Die Mutter musste in Brasilien zurückbleiben.

 

Walter Scabell (*1902), eines der Kinder, ging 1924 kurz nach seiner heimlichen Heirat, gemeinsam mit seiner Frau, zurück nach Brasilien. Dort fand er auch seine Mutter wieder.

 

Im Jahr 1948 fuhr Henrique (Rico) Scabell (* 1904), ein weiteres Kind, ebenfalls nach Brasilien, um dort bei seinem Bruder zu arbeiten und seine Familie in Deutschland zu unterstützen. Er hatte vor, seine Frau und die Kinder nachzuholen. Aus diesem Vorhaben wurde aber nichts und er kam 1952 wieder nach Deutschland zurück. Warum er wieder zurückkam, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, da er bereits 1973 verstarb.

 

Diese traurige Lebensgeschichte von 4 Kindern, die den Vater verloren und von ihrer Mutter getrennt wurden, um dann bei für sie völlig fremden Menschen, in einem fremden Land aufwachsen zu müssen, ließ mich nicht mehr los.

 

Ich setzte nun alle mir zur Verfügung stehenden Mittel in Bewegung, um die noch lebenden Scabells in Brasilien zu finden. Bis zum Jahr 2000 erreichte ich nichts. Erst durch die modernen Medien (Computer- Internetsuchmaschinen, Chatten) gelang es mir, die Enkeltochter von Walter Scabell, Patricia Scabell ausfindig zu machen. Über diese Enkelin bekamen wir Kontakt zu ihrer Tante Margot Höhn geb.Scabell. Damit schloss sich der Kreis.

 

Auf beiden Seiten war die Freude riesig und wir haben 2001 eine Familienzusammenführung nach 50 Jahren in Rio de Janeiro gestartet. Der Kontakt ist bis heute nicht abgerissen und wir hoffen, dass es auch so bleiben wird.

 

Um nun die Welt für unsere Familie kleiner werden zu lassen, habe ich diese Internetpräsenz erstellt und wünsche mir einen regen Austausch innerhalb der Familie und allen Interessierten.

 

Helga Scabell